Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Ortsgruppe Lüdinghausen

Ein Ringdiagramm mit den Verkehrsanteilen aller Verkehrsarten (Modal Split) nach Wegen einer fiktiven Stadt

Ein Beispiel für den Modal Split nach Wegen einer fiktiven Stadt © ADFC NRW

Der Modal Split als wichtige Kennzahl in der Verkehrsplanung

Der Modal Split bezeichnet in der Verkehrsstatistik, wie sich das gesamte Verkehrsaufkommen einer Stadt oder Region auf verschiedene Verkehrsmittel verteilt.

Er gibt also an, wie sich die Nutzung von beispielsweise KfZ-, Fahrrad-, öffentlichem Verkehr und Fußverkehr innerhalb eines bestimmten Raums oder Zeitraums aufteilt.

Beispiel:

Wenn in einer Stadt 40 % aller Wege mit dem Auto, 30 % mit öffentlichen Verkehrsmitteln, 20 % mit dem Fahrrad und 10 % zu Fuß zurückgelegt werden, ergibt sich daraus der Modal Split dieser Stadt.

Warum ist der Modal Split wichtig?

Der Modal Split hilft Kommunen, das Mobilitätsverhalten in ihrer Stadt oder Gemeinde zu analysieren, diese Erkenntnisse in die lokale Verkehrsplanung einfließen zu lassen und mithilfe von konkreten und gezielten Maßnahmen die Verkehrsentwicklung vor Ort zu steuern. Für Kommunen kann es sehr lohnenswert sein, den Modal Split genauer zu betrachten:

  • Verkehrsplanung genauer steuern: Kommunen können auf Grundlage des Modal Splits Verkehrsströme optimieren, indem sie die Infrastruktur anpassen. Sie können z.B. mehr Fahrradwege bauen oder den ÖPNV ausbauen.
  • Verkehrsbelastung verringern: Eine bewusste Steuerung des Modal Splits kann Kommunen helfen, Staus und verkehrsbedingte Umweltbelastungen zu reduzieren.
  • Nachhaltigkeitsziele erreichen: Ein höherer Anteil klimafreundlicher Verkehrsmittel wie Fahrrad, ÖPNV oder Fußverkehr am Modal Split trägt zur Reduktion von CO₂-Emissionen bei.
  • Lebensqualität steigern: Eine ausgeglichene Verteilung der Verkehrsmittel sorgt für weniger Lärm, mehr Sicherheit und ein angenehmeres Stadtbild.

Hintergrundwissen zum Modal Split

Um den Modal Split zu ermitteln, werden unter anderem folgende Werte - auch "Bezugsgrößen" genannt - betrachtet:

  • Anzahl der Wege (wie viele Wege mit welchem Verkehrsmittel zurückgelegt werden)
  • Verkehrsleistung (wie viele Kilometer mit einem Verkehrsmittel zurückgelegt werden).

Um besser Erkenntnisse aus dem Modal Split ziehen zu können, ist es wichtig, zwei Aspekte im Hinterkopf zu behalten.

Erstens hängt die Zusammensetzung des Modal Splits stark von verschiedenen Faktoren ab. So spielt es zum Beispiel eine Rolle, welche Verkehrsangebote es gibt oder wie die Infrastruktur beschaffen ist. Auch wirtschaftliche Rahmenbedingungen (z.B. wie gut der ÖPNV finanziert ist oder was ein Anwohnerparkausweis kostet) und individuelle Entscheidungen beeinflussen die Wahl des Verkehrsmittels und dadurch den Modal Split.

Zweitens sind die Modal Split-Werte nur bedingt zwischen verschiedenen Regionen oder Zeiträumen vergleichbar, da sie von der jeweiligen Bezugsgröße (siehe oben) und lokalen Besonderheiten (z.B. der lokalen Topographie oder dem Klima) beeinflusst werden.

Der Modal Split in NRW

Das Fahrrad- und Nahmobilitätsgesetz (FaNaG) NRW benennt als ein Ziel einen „Radverkehrsanteil von 25 Prozent im Modalsplit der Wege“ für NRW. Auch im Nationalen Radverkehrsplan (NRVP) 3.0 wird eine deutliche Steigerung der Anzahl der Wege und der Verkehrsleistung mit dem Rad angestrebt. So soll sich nach den Plänen des Bundes zum Fahrradland Deutschland die Verkehrsleistung mit dem Rad von täglich 112 Millionen km/Tag (2017) auf 224 Mio. km/Tag bis 2030 verdoppelt. Die Anzahl der Wege mit dem Rad soll im selben Zeitraum um 50 % zulegen.

Eine Studie des Frauenhofer Instituts aus dem Jahr 2024 schätzt, dass sogar eine Verdreifachung des Fahrradanteils am Gesamtverkehr auf 45 % möglich ist (aktuell: 13 %). Das größte Potenzial wird in Regiopolen und auf dem Land gesehen.

Die Ergebnisse der Studie „Mobilität in Deutschland“ (MiD) von 2023 zeigen, dass der angestrebte Radverkehrsanteil von 25% am Modal Split der Wege in NRW noch lange nicht erreicht ist.

 zu FußFahrrad und PedelecÖffentlicher VerkehrAuto-Fahrt (auch Auto-Mitfahrt)
2002*229861
20082310859
201722111057
202325101055

*2002 Westdeutschland

Im Gegenteil: Leider bleibt die aktuelle Entwicklung weit hinter der gewünschten Steigerung des Radverkehrsanteil zurück. Der Radverkehrsanteil in NRW stagniert seit 2008 bei ca. 10 bis 11 Prozent. Das bedeutet, der Radverkehr kann nicht im selben Maß wie zum Beispiel der Fußverkehr von den gesunkenen Auto-Fahrt-Anteilen profitieren. Der ADFC NRW fordert deshalb vom Land Nordrhein-Westfalen, die Bemühungen für den Radverkehr zu intensivieren und beim Aktionsplan zur Umsetzung des Fahrrad- und Nahmobilitätsgesetztes nachzubessern.

Quellen:

  1. https://www.zukunft-mobilitaet.net/167600/analyse/was-ist-der-modal-split-grenzen-verkehrsmittelwahl-einschraenkungen-wege-verkehrsleistung/
  2. https://www.umweltbundesamt.de/daten/verkehr/fahrleistungen-verkehrsaufwand-modal-split
  3. https://www.fast2work.de/blogbeitraege/modal-split-einfach-erklart-was-er-bedeutet-und-warum-er-wichtig-ist

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https://luedinghausen.adfc.de/artikel/der-modal-split-als-wichtige-kennzahl-in-der-verkehrsplanung-3

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